Die Geschichte des Kaffeehauses

Dieses Gebäude wurde in den Jahren 1912 bis 1914 errichtet. Die ebenerdigen Räumlichkeiten dienten schon seit jener Zeit einem traditionellen Wiener Kaffeehaus. Da dem Kaffeehaus im Souterrain noch ein Varieté angeschlossen war, zählte es zu einem der größten in Wien. Nach dem ersten Weltkrieg wurde aus dem Varieté das heutige Haydn-Kino, und das Kaffeehaus erhielt den Namen "Westminster", unter dem es in den so genannten "goldenen Zwanziger Jahren" ungeheure Popularität erlangte, vor allem, weil im rückwärtigen Saal die bekanntesten Spitzenkapellen der Welt zum Tanz aufspielten. Im Laufe der grossen Wirtschaftskrise wurde es um das berühmte "Westminster" immer stiller.





Dann erwarb im Jahre 1939 die Familie Knebel die Lokalitäten und eröffnete den "Zentralpalast", worunter man nebst dem Kaffeehaus und der Bar vor allem das Varieté verstand, das in den schweren Kriegsjahren vielen Wienerinnen und Wienern zu einer Oase des Friedens wurde.





Inder Nachkriegszeit diente der "Zentralpalast der französischen Besatzungsmacht als Clublokal. Erst im Jahre 1954 konnte Kommerzialrat Kurt Knebel und seine Frau Gertrude einen neuen Typus des Wiener Kaffeehauses eröffnen. Es entstand das "Espresso Servus". Auch der grosse Saal fand wieder seine Verwendung. Als "Tanzgarten im Servus" ist er für die Jugend von damals zum Begriff geworden. Aber die Zeiten änderten sich, und somit auch das "Servus". Im Jahre 1963 verwandelte sich das Wintergarten-Espresso in ein schlichtes Espresso-Buffet mit entsprechend schnellem Service.





Dann waren die hektischen Jahre im Abklingen und die gemütlichen kamen. Da die Familie Knebel (inzwischen eine Familien-Gesellschaft m.b.H. unter Mitwirkung der dritten Generation mit Gina und Peter Knebel jun.) seit jeher bestrebt war mit der Zeit zu gehen, entstand anno 1976 ein neues "Servus". Ein Cafe-Restaurant mit einer gemütlichen Wiener Athmosphäre, das aber den modernen technischen Anforderungen der damaligen Zeit entsprach und in dem man bemüht war, die Tradition der Wiener Gastlichkeit auch weiterhin aufrecht zu erhalten.





1993 entstand das heutige Servus nach den Plänen von Peter Knebel. Er hielt sich bei den Umbauarbeiten an die alten Pläne des Westminster und kombinierte Sie mit eigenen Ideen. Mit modernster Gastronomietechnik ausgestattet, schuf er ein elegantes Wiener Cafe-Restaurant, welches zu einer Perle auf der Mariahilfer Strasse geworden ist. Trotz aufwendigem Interieur und hohem kulinarischen Niveau sind die Preise nicht zu hoch und ein Besuch für jedermann erschwinglich.